4 Square

Foursquare ist eine Abwandlung eines US-amerikanischen Schulhof-Spiels und kann als Circle Kicking mit Wettkampfkomponente verstanden werden. Vier Spieler verteilen sich auf vier Quadranten eines Quadrats und versuchen durch das Herauskicken ihrer Mitspieler in den Quadranten Nummer 4 zu gelangen. Herausgekickt ist derjenige, in dessen Feld der Bag auf den Boden fällt. Auf Feld 4 können die Spieler Punkte erzielen, wenn sie sich in diesem Quadranten29behaupten und ein anderer Spieler sein Spielfeld verlassen muss. Ein Spieler muss sein Spielfeld verlassen bzw. sich in den ersten Quadranten zurückbewegen (wenn keine weiteren Spieler außerhalb des Spielfeldes warten, die nachrücken), wenn der Footbag in seinem Quadranten auf den Boden fällt oder er ihn ins Aus spielt. Der Spieler auf Feld Nummer 4 bekommt pro Runde, in der er nicht ausscheidet, einen Punkt. Die Punkte werden während des gesamten Spiels gesammelt, bis ein Spieler mit 11 (15; 21) Punkten gewinnt und alle wieder bei Null anfangen. Beim Foursquare spielen die Felder 1-3 tendenziell gegen Feld 4, da sie auf dieses vorrücken wollen. Dadurch spielen die „Schlechten“ immer gemeinsam gegen den momentan „Besten“. Durch die ständige Fluktuation und Rotation der Positionen befindet sich jeder Spieler ständig in verschiedenen Rollen.Unmittelbar aus der Sache heraus hat sich für Foursquare ein relativ komplexes Regelsystem entwickelt, das jedoch leicht verständlich ist, wenn man einige Runden gespielt hat (s. 9). Während des Spiels können neue Regeln vorgeschlagen und bei Zustimmung durch eine Mehrheit eingeführt werden. Das Besondere an Foursquare ist jedoch, dass über die Einhaltung der Regeln kein Schiedsrichter urteilt, sondern die Spieler selbst. Hierzu hat jeder Spieler auf den Feldern 1-3 eine Stimme und stimmt am Ende der Runde darüber ab, wer ausscheidet (Voting). Der Spieler auf Feld Nummer vier hat zwei Stimmen, da tendenziell gegen ihn gestimmt wird. Ist ein Fall unklar, wird im „Hack Off“ (Eins gegen Eins) entschieden, wer ausscheidet.Beim Abstimmen ist Lügen und Betrügen ausdrücklich erlaubt, was Foursquare den Untertitel „democracy on square“5 eingebracht hat und den Spaß-Faktor des Spiels noch weiter erhöht. Bei der Meinungsbildung am Ende einer Runde kommt es jedoch tatsächlich darauf an, zum eigenen Urteil zu stehen und sich nicht durch andere beeinflussen oder umstimmen zu lassen. Interessanterweise lässt sich dabei oft eine Art sozialer Kontrollmechanismus beobachten, der sich darin äußert, dass Spieler „gedisst“6 werden, die sich durch zu viele Täuschungsmanöver unfair verhalten oder extrem zu ihrem eigenen Vorteil hin abstimmen.

(T.Heun, Impulse für den Schulsport durch die Einführung der Trendsportart Footbag)